30-12-15

QM-Zirkel
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Jetzt die Fortbildungen für 2016 planen – Mitarbeiter fördern und Qualitätsvorgaben erfüllen

Autor: Redaktion
Vielleicht kommt Ihnen das aus der Praxis bekannt vor: Ein Pflegedienst erhält die Ankündigung einer MDK-Qualitätsprüfung. Rasch werden alle Unterlagen gesichtet und so weit nötig für die MDK-Prüfer vorbereitet. Und häufig wird der Fortbildungsplan einfach schnell zusammengeschrieben, um ihn am nächsten Tag den Prüfern vorzulegen. Wobei von einem Plan in diesem Fall kaum die Rede sein kann und der Pflegedienstinhaber am nächsten Tag verblüffte Gesichter seiner Pflegekräfte riskiert, die vom MDK-Prüfer nach dem Inhalt der angeblich absolvierten Fortbildungen oder der geplanten Fortbildung gefragt werden.
Und tatsächlich ist das Vorliegen eines Fortbildungsplanes für das Ergebnis der Qualitätsprüfung so wichtig, dass es sogar in die Qualitätsnote einfließt, die – wie Sie wissen – veröffentlicht wird.

 

Wozu ein Fortbildungsplan?

Die „Maßstäbe und Grundsätze für die Qualität und Qualitätssicherung sowie für die Entwicklung eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements nach § 113 SGB XI in der ambulanten Pflege“ legen dazu fest: „Der Träger des ambulanten Pflegedienstes ist verpflichtet, die erforderliche fachliche Qualifikation der Leitung und aller in der Pflege tätigen Mitarbeiter auf Grund von Einarbeitungskonzepten und durch geplante funktions- und aufgabenbezogene Fort- und Weiterbildung sicherzustellen. Dazu erstellt der Träger einen schriftlichen Fortbildungsplan, der vorsieht, dass alle in der Pflege tätigen Mitarbeiter entsprechend den individuellen Notwendigkeiten in die Fortbildungen einbezogen werden.“

Regelmäßige Mitarbeitergespräche sind die Basis für eine effektive Fortbildungsplanung

Wie beschrieben, soll der Fortbildungsplan belegen, dass
  • alle in der Pflege tätigen Mitarbeiter
  • entsprechend den individuellen Notwendigkeiten

in die Fortbildungen einbezogen werden.

Am einfachsten können Sie feststellen, welchen Fortbildungsbedarf Ihre Mitarbeiter haben, wenn Sie mit ihnen reden und ihnen sozusagen fachlich „auf den Zahn fühlen“. Oft werden Sie jedoch bereits bei den regelmäßigen Pflegevisiten erkennen, wo bei Ihren Mitarbeitern Verbesserungspotenzial vorhanden ist, um hier nicht von Wissenslücken zu sprechen.

Fortbildungsschwerpunkte strategisch wählen

Neben dem individuellen Fortbildungsbedarf der in der Pflege tätigen Mitarbeiter sollten auch strategische Überlegungen in die Fortbildungsplanung Eingang finden. So könnten Sie sich z.B. fragen, welche Kunden Ihren Pflegedienst künftig in Anspruch nehmen werden und ob diese Kunden besondere Anforderungen an die Qualifikationen Ihrer Pflegekräfte stellen

Fortbildungsvorgaben aus Rahmenverträgen und Vereinbarungen beachten

Die für Pflegedienste maßgebenden Verträge nach SGB V (z. B. Vertrag´nach §§ 132 Abs. 1 und 132a Abs. 2) und SGB XI (z. B. Versorgungsvertrag nach § 72) sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Dennoch beinhalten die Verträge teilweise konkrete Vorgaben dazu
  • welche Fortbildungen z. B. nicht examinierte Pflegekräfte nachweisen müssen, um Behandlungspflegen erbringen zu dürfen, und
  • welcher Fortbildungsumfang (Stunden) für die im Pflegedienst tätigen Mitarbeiter jährlich nachgewiesen werden muss.
Bitte lesen Sie in Ihren Verträgen nach, welche Vorgaben darin enthalten sind, und berücksichtigen Sie diese bei der Planung.