03-02-16

QM-Zirkel
Print This Post

6 Vorteile, wenn Sie Spiele in die Tagesstruktur einplanen

Autor: Redaktion
Das Spielen von Gesellschafts- oder anderen Spielen wird in unserer Gesellschaft häufig als eine banale Freizeitbeschäftigung angesehen. Dabei hat das Spielen eine belebende Wirkung und rückt die Geselligkeit und das Miteinander in den Fokus. Allerdings bieten Pflege- und Betreuungskräfte nur selten Spiele für ältere Menschen oder für Menschen mit Demenz an. Das ist schade, denn dabei zeigt sich in unserer Kulturgeschichte, dass Menschen – ob sie nun jung oder ganz alt waren – schon immer gespielt haben.

Und gerade bei Menschen mit Demenz können Sie durch die spielerische Herangehensweise ganz hervorragend Angst, Unruhezustände, Apathie oder Einsamkeit verringern und die Lebensqualität Ihres Pflegekunden mit Demenz verbessern.

Hinweis: Spiele spielen eignet sich für die Gruppen- und Einzelbetreuung.

Gerade Senioren halten das Spielen für Zeitverschwendung 

Viele ältere Menschen halten das Spielen von Gesellschaftsspielen für nutzlos und reine Zeitverschwendung. Besonders die Kriegs- und frühe Nachkriegsgeneration hat Probleme mit dem Spielen aufgrund ihrer ethischen Betrachtungsweise, die Spiele als wenig wertvoll herabsetzt. Denn Spielen war etwas für Kinder und insbesondere bei der Kriegsgeneration etwas, das von der Arbeit abgehalten hat. Hier sollten Sie als Pflege- und Betreuungskraft versuchen, den Skeptikern die Möglichkeit zu geben, über das Zuschauen und den erlebten Spaß der „Spieler“ einen Zugang zu dieser Freizeitbeschäftigung zu bekommen.

Das sind die Vorteile, wenn Sie mit Ihren Pflegekunden spielen 

Das Weiterreichen des Würfels oder die Hilfe beim Ziehen einer Spielfigur anderer Mitspieler vermittelt Ihren Pflegekunden Wohlbefinden und das Gefühl von Zuwendung. Dies ist einer der
wichtigsten Vorteile, wenn Sie gemeinsam spielen.

Doch es gibt weitere Vorteile, die Sie bei der Beschäftigung „Spielen“ erreichen können:
1. Spielen steigert das Miteinander und das gesellige Beisammensein.
2. Spielen schafft es, Menschen miteinander in Kommunikation zu bringen, und wirkt dadurch integrierend.
3. Beim Spiel muss nicht zwangsläuifig miteinander geredet werden. So können auch Menschen, die nur noch wenig oder gar nicht mehr kommunizieren können, an dieser Aktivität teilnehmen.
4. Das Spielen fördert Ressourcen im zwischenmenschlichen Kontakt.
5. Es entsteht das Gefühl, in der Gruppe der Spielenden integriert und aufgehoben zu sein, das Gefühl, dazuzugehören und tätig zu sein.
6. Spielen fördert die motorischen und geistigen Fähigkeiten und ermöglicht ganz vielschichtige Aktivitäten und Sinneseindrücke.

Der Einsatz von Würfeln bietet jedem die gleiche Chance 

Ein weiteres Argument, warum Sie mit Ihren Patienten spielen sollten, ist, dass besonders bei Würfelspielen jeder Spieler die gleichen Chancen hat, denn jeder Spieler kann eine 6 würfeln und gewinnen. Menschen mit Demenz erkennen häufig noch sehr lange, dass eine gewürfelte 6 positiv besetzt ist, und freuen sich über den guten Wurf.
Zudem steht derjenige, der würfelt, immer für einen Moment im Fokus der anderen Mitspieler und kann die Aufmerksamkeit auf sich ziehen – auch hier wieder völlig unabhängig von den eigenen Fähigkeiten. Hinzu kommt, dass beim Würfeln Spannung aufkommt und es immer wieder überraschende Momente gibt.

Auswahl der Spiele

Die Eignung eines Spiels hängt stark davon ab, wie weit die Demenz bei Ihrem Pfegekunden fortgeschritten ist.
Vermeiden Sie es, einen Menschen mit Demenz mit Spielen zu überfordern. Damit lösen Sie nur Frustration und Unsicherheit aus.
Unterhaltsame Spiele für Demenzkranke mit kleinen Herausforderungen und erreichbaren Zielen trainieren verschiedene Fähigkeiten. Sie wirken motivierend und schaffen Möglichkeiten zur Kommunikation sowie zur Interaktion.

Im Internet finden Sie viele Spiele, die auf die Bedürfnisse Demenzerkrankter zugeschnitten sind 

Spiele wie „Mensch ärgere dich nicht“ oder „Memory“ sind häufig schon überfordernd für die Betroffenen. Es gibt aber mittlerweile eine große Auswahl an Spielen für Menschen mit Demenz, die auf deren Bedürfnisse und Möglichkeiten zugeschnitten sind.
Machen Sie sich einmal auf die Suche im Internet (z. B. bei www.spieleplus.de). Sie werden schnell feststellen, dass auch für Menschen mit Demenz schon viele Spiele angeboten werden.

Das sollten Sie beim Einsatz von Spielen beachten:

  • Wählen Sie ein Spiel aus, bei dem es möglichst keine Gewinner und Verlierer gibt.
  • Wählen Sie keine Spiele aus, bei denen sich der Spieler stark konzentrieren muss.
  • Beachten Sie bei der Auswahl des Spiels stets die kurze Konzentrationsspanne von Menschen mit Demenz.
  • Lassen Sie keinen Leistungsdruck entstehen.
  • Stellen Sie während des Spielens keinen Spieler bloß.
  • Passen Sie die Regeln an die Leistungsfähigkeit der Mitspieler an.
  • Akzeptieren Sie es, wenn einige Menschen mit Demenz passiv dabeisitzen, und ermöglichen Sie das Zuschauen.
  • Bauen Sie Spiele in die Tagesstruktur ein.
  • Probieren Sie nicht zu viele Spiele aus und beachten Sie die Wiedererkennbarkeit.
  • Sprechen Sie den Demenzkranken beim Spielen immer mit seinem Namen an.
  • Eine deutliche, ruhige und langsame Aussprache sowie der Kontakt auf Augenhöhe schaffen eine sichere und entspannte Atmosphäre.
  • Lob und Anerkennung motivieren demenzkranke Menschen enorm. Dadurch kann ein positives Gefühl von Zufriedenheit entstehen.

Fazit

Spielen macht Freude. Beim Spielen ist man in der Regel fröhlich, man lacht gemeinsam und hat dabei noch Erfolgserlebnisse. Besser kann therapeutische Arbeit im Grunde nicht aussehen.