21-02-16

Pflegedokumentation
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Fallbesprechungen: So profitieren Patienten und Pflegekräfte

Autor: Redaktion
Meist ist sie ungeliebt und wird als lästig empfunden. Und wenn überhaupt, macht man sie nur, damit der MDK zufrieden ist: die Fallbesprechung. Im Folgenden finden Sie Tipps, dies zu ändern. Dann sehen Sie einen Sinn in der Fallbesprechung und können letztendlich sagen: „Ja, die Zeit hat sich gelohnt!“

Wozu Fallbesprechungen gut sind

Nach bestimmten Ereignissen, wie z. B. Notfällen oder akuten Veränderungen der Pflegesituation, macht es Sinn, die entsprechende Situation aufzuarbeiten. Zu diesem Zweck treffen sich Mitarbeiter zur Reflexion. Im Gespräch wird festgestellt, was gut gelungen ist und welche Maßnahmen zur Verbesserung angegan gen werden müssen.

Nutzen Sie die Fallbesprechung zur Risikoermittlung

Bei der effizienten Pflegedokumentation füllen Sie die SIS (strukturierte Informationssammlung) aus. Darin sind unter anderem die (potenziellen) Risiken zu ermitteln, die für Ihren Pflegekunden bestehen. Nutzen Sie gegebenenfalls dazu die Fallbesprechung.
So gehen Sie vor:
  • Wenn Sie sich aus fachlicher Sicht nicht sicher sind, ob ein Risiko vorliegt oder nicht, halten Sie eine Fallbesprechung ab.
  • Ziehen Sie 1 oder 2 Kollegen zur Rate, es kann auch die PDL oder ein Arzt sein. Dies kommt auf die Situation an.
  • Beschreiben Sie die Sachlage und halten Sie das Ergebnis fest (Risiko „ja“ oder „nein“).
  • Nutzen Sie die Fallbesprechung als vertiefende Einschätzung
  • Die Assessments können Sie ausfüllen, müssen dies aber nicht zwangsläufig tun.
    Kreuzen Sie im SIS-Bogen in der Risikomatrix Folgendes an: weitere Einschätzung notwendig „ja“.

Fallbesprechung als Evaluation

Zur Überprüfung und Aktualisierung der Tagesstruktur können Sie ebenfalls die Fallbesprechung nutzen. Holen Sie sich dazu Informationen aus dem Berichteblatt (z. B. über Abweichungen).

Oft ist die Zielsetzung in den Fallbesprechungen nicht klar

Sehr oft wird vom Thema abgewichen – und dies nicht nur einmal. Wertvolle Zeit verstreicht ungenutzt durch Gespräche, die weder zielführend noch bereichernd sind. Diese Kritik ist nicht böse gemeint, schließlich ist dies nur allzu menschlich. Doch wie schafft es ein Team, dies zu ändern? Im Folgenden erhalten Sie Tipps zur Umsetzung einer gelungenen Fallbesprechung.

9 Tipps: So gelingt die Fallbesprechung

1. Umreißen Sie das Thema zu Beginn klar und deutlich, damit jeder Teilnehmer weiß, worum es konkret geht (Beispiel: der Sturz eines Pflegekunden).
2. Bestimmen Sie einen „Zeitwächter“, der darauf achtet, dass nicht zu lange bei einem Punkt verweilt wird und alle am Thema bleiben.
3. Führen Sie ein kurzes „Blitzlicht“ durch, bei dem jeder die Möglichkeit hat, die Angelegenheit kurz aus seiner Sicht zu schildern.
4. Lassen Sie sich gegenseitig aussprechen.
5. Beleuchten Sie das Thema aus verschiedenen Perspektiven:
a. aus Sicht des Pflegekunden / Angehörigen
b. aus Sicht des Mitarbeiters und weiterer Beteiligter
c. mitdem Hintergrund der individuellen Gegebenheiten Ihres Pflegekunden (z. B. Grunderkrankungen)
d. in Bezug auf die Kommunikation und Informationsweitergabe
e. hinsichtlich der Arbeitsorganisation / Arbeitsteilung
f. bezüglich der technischen Gegebenheiten und Möglichkeiten usw.
6. Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass Sie zu einem (Teil-)Ergebnis kommen.
7. Protokollieren Sie die Ergebnisse und einzuleitenden Maßnahmen (mit Termin).
8. Legen Sie Verantwortlichkeiten fest.
9. Hinterfragen Sie bei der nächsten Fallbesprechung, ob die vorherige „abgearbeitet“
wurde.

Unser Tipp für Sie: Reflektieren Sie Ihre Fallbesprechung

Von Zeit zu Zeit ist es notwendig, die eigene Vorgehensweise im Team zu hinterfragen. Fallbesprechungen sollen eine Arbeitshilfe sein, um Ergebnisse zu verbessern. Beurteilen Sie die Effektivität und Effizienz Ihrer Fallbesprechungen, um auch diese gegebenenfalls im positiven Sinne zu verändern. Im Hinblick auf die effiziente Pflegedokumentation wird die Fallbesprechung zukünftig einen noch höheren Stellenwert einnehmen.
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